Historie

Heilpädagogik ist Pädagogik und nichts anderes!“ ( Paul Moor 1899 - 1977 )

Heilpädagogik kann allgemein als „Theorie und Praxis der Erziehung und auch Bildung unter erschwerten personalen und sozialen Bedingungen bezeichnet werden.

Der Begriff Heilpädagogik wurde vor ca. 100 Jahren von den Ärzten Georgens und Deinhardt geprägt. In dieser Zeit fanden sich Medizin und Pädagogik zu eben dieser Heilpädagogik zusammen. Das Heilen eines „Defektes“ stand im Vordergrund der Bemühungen um den Menschen. Aus dieser Zeit kommen Begriffe wie Köperbehinderter, Geistigbehinderter usw. die einen statischen Typusbegriff darstellen. Es ist nicht von einem MENSCHEN mit einer Behinderung die Rede, sondern von dem Körper- oder Lernbehinderten.

Die Entwicklung geschah auf der Basis auch des christlichen Heilsbegriffs. Heilen wurde hier verstanden als ein zum Heil führen im Sinne einer religiösen Sinngebung des menschlichen Lebens. Der Mensch wurde nicht mehr nur nach seinen körperlichen und geistigen Mängeln be- und verurteilt. Man interessierte sich darüber hinaus für sein Seelenheil.

Heilpädagogik sieht heute das individuelle Schicksal eines Menschen in allen seinen Bezügen und beachtet dabei die Tatsache, dass sich der Mensch entwickelt, und verändert. Die Psychologie hat an dieser Stelle mit ihren Erkenntnissen über den Menschen die pädagogische Praxis entscheidend beeinflusst.

Heilpädagogik ist jedoch in erster Linie Pädagogik. Sie ist die Praxis und Theorie der Erziehung all jener, deren körperliche, geistige und emotionale Entwicklung unter erschwerenden Bedingungen erfolgt. Solche erschwerenden Bedingungen sind Behinderungen wie z. B. Seh-, Hör-, Sprach-, Körper-. Intelligenzbeeinträchtigungen, Auffälligkeiten des Verhaltens oder sozialer Kompetenzen. Den betroffenen Kindern und Jugendlichen muss ein mehr als der herkömmlichen pädagogischen Mittel und Hilfen angeboten werden, um sie in ihrer Entwicklung zu fördern, damit sie ihren Platz in der sozialen Gemeinschaft finden. Um dieses zu leisten, verfügt die Heilpädagogik über besondere Methoden.

Die außerschulische Heilpädagogik setzt gerade da an, wo medizinisch Hilfe nicht mehr möglich scheint. Die Frage ist dann: Wie und in welchem Umfang können wir einem Menschen, der sich mit behindernden Entwicklungsmöglichkeiten konfrontiert sieht, Hilfen geben, die ihn befähigen, am gesellschaftlich Ganzen zu partizipieren und seine individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten wahrnehmen?

Lern- und Lebenshilfen solcher Art sind in erster Linie erzieherische und bildende Förderhilfen, die therapeutisch ausgerichtete Maßnahmen mit einschließen.

Heilpädagogik könnte also abschließend als eine besondere Form der Pädagogik beschrieben werden, die sich stärker als diese psychologischer und medizinischer Erkenntnisse bedient.

Heilpädagogisches Handeln

Heilpädagogisches Handeln ist darauf ausgerichtet, die Entwicklungsmöglichkeiten
eines Menschen innerhalb ihrer jeweiligen sozialen Kontexte zu unterstützen, ihre individuellen und gemeinsamen Entwicklungsprozesse zu begleiten und die Teilhabemöglichkeiten der Kinder, und Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf innerhalb ihrer gesellschaftlichen Bezugssysteme zu erweitern. Heilpädagogisches Handeln versteht sich als interpersonelle und kommunikativ verfasste Praxis gemeinsamen Spielens, Lernens und Lebens.


Mo - Fr: 8.30 - 18 Uhr
Praxis für Heilpädagogik
Batestr. 1 in 44892 Bochum

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